Lass es uns französisch machen!

Die Besitzerin von meinem Lieblingsbioladen in Linz, Mein Müli am Pfarrplatz, hat in einem meiner Lieblingsmagazine, im Biorama, einen Gastkommentar geschrieben, dessen Aufruf ich unterstützen möchte:

Supermärkte dürfen Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeits-Datum abgelaufen ist, künftig nicht mehr einfach als Müll entsorgen. Stattdessen werden sie dazu verpflichtet, diese noch genießbaren (!) Lebensmittel an karitative Einrichtungen abzugeben.

Natürlich ist nicht von Österreich die Rede – einem Land, in dem laut Lebensmittelministerium pro Jahr 157.000 Tonnen Lebensmittel bzw. Speisereste weggeschmissen werden –, nein: Die neue Regelung wurde in Frankreich verabschiedet. Sie wird aber, so ist zu hoffen, Vorbildcharakter haben.

Zu überlegen ist dabei, warum Supermärkte erst ab einer Verkaufsfläche von über 400 Quadratmetern betroffen sein sollen; und natürlich wird auch in Privathaushalte Unmengen an Essbarem weggeschmissen. Doch die Stoßrichtung passt: Die französische Initiative wird neues Bewusstsein für die unserer „Überflussgesellschaft“ entspringende Problematik schaffen. Und sie verfolgt einen weiteren tollen Ansatz, indem die Lebensmittel Menschen aus ärmeren sozialen Schichten zukommen sollen.

Man darf das Thema nun weiter denken und den Lebensmittelhandel – auch hierzulande – auffordern, verschiedene Strategien zu ändern. Etwa, indem der Verkauf von Multi-Packungen eingeschränkt wird: Drei Karotten würden manchen KonsumentInnen reichen, die aktuell oft ein Kilogramm davon kaufen und entsprechend einiges wegschmeißen „müssen“. Auch z.B. die Frage, ob fünf Minuten vor Ladenschluss noch jede Sorte Brot vorhanden sein muss, weil es angeblich „der Konsument verlangt“, muss gestellt werden.

Vorerst aber ein „Chapeau!“ nach Frankreich!

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